Entkernung Wien – Kosten, Ablauf & was Sie wissen müssen [2026]

Kosten & Ablauf einer Entkernung in Wien

Bevor ein Gebäude saniert, umgebaut oder abgerissen werden kann, muss es von innen komplett ausgeräumt werden. Diesen Vorgang nennt man Entkernung. Dabei werden alle nicht-tragenden Bauteile entfernt: Wände, Böden, Deckenverkleidungen, Fenster, Türen, Sanitär und Elektrik. Übrig bleibt der nackte Rohbau – also, die tragende Struktur des Gebäudes.

Klingt für Sie nach einfachem Abreißen? Ist es aber nicht. Eine Entkernung ist ein kontrollierter, sorgsam geplanter Prozess mit rechtlichen Pflichten, Schadstoff-Risiken und überraschend großem Einfluss auf die späteren Abriss-Kosten. Dieser Ratgeber erklärt Ihnen, was genau die Entkernung ist und wie sie sich von Abbruch und Abriss unterscheidet, wie eine Entkernung in Wien abläuft, was sie ca. kostet und worauf Sie achten sollten.

Entkernung oder Abbruch: Was ist der Unterschied?

Die beiden Begriffe werden oft verwechselt oder gleichbedeutend verwendet, meinen aber grundlegend verschiedene Arbeiten.

Bei einer Entkernung bleibt die tragende Gebäudestruktur erhalten – Außenwände, tragende Innenwände, Decken und Dach werden nicht angegriffen. Das Gebäude wird in den Rohbauzustand zurückgeführt, bereit für eine Sanierung, Umnutzung oder Modernisierung.

Ein Abbruch oder Abriss bedeutet hingegen, dass das gesamte Bauwerk entfernt wird. Dazu gehören auch alle tragenden Teile bis zur Fundamentplatte. Das heißt, ein altes Gebäude wird abgetragen, um einem neuen Platz zu schaffen.

Für die Praxis bedeutet das: Wer ein Gebäude komplett durch einen Neubau ersetzen will, braucht einen Abbruch oder Abriss. Wer die bestehende Bausubstanz erhalten und von innen neu gestalten will, braucht eine Entkernung. Gerade in Wien, wo viele Altbauten unter Schutz stehen oder in Schutzzonen liegen, ist die Entkernung häufig die einzige zulässige Option.

Wann ist eine Entkernung sinnvoll?

Die Entkernung ist bei den meisten Bauprojekten mit Altbestand der erste Schritt. Am häufigsten begegnet sie uns bei diesen drei Szenarien:

Die Altbausanierung

Die Wiener Gründerzeitwohnungen sind z. B. mit ihren hohen Räumen und Stuckdecken besonders beliebt und architektonisch wertvoll. Sie haben aber oft veraltete Haustechnik, schadstoffbelastete Materialien und unzeitgemäße Grundrisse (Dusche in der Küche etc.). Eine Entkernung schafft hier den sauberen Ausgangspunkt für eine moderne Sanierung der Alt-Immobilie, ohne die schützenswerte Bausubstanz zu zerstören.

Die Umnutzung

Unter einer Umnutzung versteht man, zum Beispiel die Umwandlung eines ehemaligen Bürogebäudes in Wohnungen oder eines Gewerberaums zum Restaurant. Die Tragstruktur passt oft noch, aber der gesamte Innenausbau muss weg und modernisiert werden.

Die Vorbereitung für den Abbruch

Bevor ein Gebäude maschinell abgerissen wird, muss es entkernt werden. Das ist keine freiwillige Arbeit, sondern ein Pflichtprogramm bei Abbruch- und Abrissarbeiten: Schadstoffe müssen vorab entfernt, Materialien sortenrein getrennt und fachgerecht entsorgt werden. Erst danach darf der Bagger kommen. Wenn Sie mehr über die Bauschuttentsorgung in Wien erfahren möchten, können Sie darüber in unseren Artikeln „Bauschutt entsorgen in Wien“ oder „Die richtige Abbruchfirma finden“ nachlesen.

Was kostet eine Entkernung in Wien?

Die Kosten für eine Entkernung werden in der Regel pro Quadratmeter berechnet und hängen vom Umfang der Arbeiten, dem Zustand des Gebäudes und eventuellen Schadstoffbelastungen ab. Aus aktuellen Branchendaten ergeben sich folgende Richtwerte:

Umfang der Entkernung Kosten pro m² (netto)
Teilentkernung (z.B. nur Boden + Wandbelag) 25-50 €
Standardentkernung (Wände, Böden, Installationen) 50-90 €
Komplettentkernung bis Rohbauzustand 80-120 €
Entkernung mit Schadstoffsanierung 100-180 €

Beispielrechnung: Wohnung vs. Einfamilienhaus

Für eine 80-m²-Altbauwohnung mit Standardentkernung liegen die Gesamtkosten bei etwa 4.000 bis 7.200 Euro netto. Darin enthalten sind die Demontage aller nicht-tragenden Elemente, die Materialtrennung und die Entsorgung.

Bei einem Einfamilienhaus mit 130 m² ist der Aufwand größer: Hier fallen zusätzlich Fenster, Außentüren und oft auch Dachgeschoss-Ausbau an. Die Kosten bewegen sich im Bereich von 6.500 bis 15.600 Euro netto. Wenn Schadstoffsanierung hinzukommt – etwa weil Asbest in Boden- oder Deckenplatten steckt – können die Kosten noch einmal deutlich höher ausfallen.

Was treibt die Kosten nach oben?

Der Endpreis wird von mehreren Faktoren beeinflusst.

  • Das Gebäudealter spielt eine große Rolle: In Häusern, die vor 1990 gebaut wurden, finden sich häufig Asbest, künstliche Mineralfasern (KMF) oder PAK-haltige Materialien. Deren fachgerechte Entfernung ist aufwendig und teuer – die Entsorgung von Asbestmaterialien kann bis zu 1.100 Euro pro Tonne kosten.
  • Die die Zugänglichkeit ist ein weiterer Faktor: In engen Wiener Innenstadtlagen ohne Aufzug und mit schmalen Stiegenhäusern dauert der Abtransport des Materials länger.
  • Und schließlich beeinflusst die Menge der Ausbauschichten den Preis – ein Gebäude, das über Jahrzehnte mehrfach renoviert wurde, hat oft Schicht über Schicht an Belägen, Putzen und Installationen.

So läuft eine Entkernung ab

Schritt 1: Bestandsaufnahme & Schadstofferkundung

Jede professionelle Entkernung beginnt mit einer gründlichen Bestandsaufnahme. Dabei wird das Gebäude begutachtet: Welche Materialien sind verbaut? Welche Wände sind tragend, welche nicht? Und vor allem: Gibt es Schadstoffe?

Die Schadstofferkundung ist in Österreich Pflicht. Die Recycling-Baustoffverordnung (§ 4 und § 5) schreibt vor, dass vor Abbruch- und Rückbautätigkeiten eine Schad- und Störstofferkundung durchzuführen ist. Die Dokumentation muss sieben Jahre lang aufbewahrt und den Behörden auf Verlangen vorgelegt werden (Quelle: bauXund, Schadstofferkundung; RBV § 4 Abs. 5). Typische Schadstoffe in Wiener Altbauten sind Asbest (in Bodenbelagsklebern, Fensterkitt, Rohrisolierungen), künstliche Mineralfasern in Dämmungen und PAK in alten Parkettversiegelungen.

Schritt 2: Planung & Genehmigungen

Auf Basis der Bestandsaufnahme wird ein Rückbaukonzept erstellt. Es legt fest, in welcher Reihenfolge die Materialien entfernt werden, wo Container und Mulden aufgestellt werden und wie Schadstoffe behandelt werden. In Wien ist bei Eingriffen in die Bausubstanz häufig eine Anzeige oder Bewilligung bei der Baupolizei (MA 37) erforderlich – insbesondere bei Gebäuden in Schutzzonen oder vor 1945. Für die korrekte Einreichung fragen Sie am besten das engagierte Unternehmen um Hilfe.

Schritt 3: Schadstoffsanierung

Bevor die eigentliche Entkernung beginnt, werden zuerst alle schadstoffhaltigen Materialien von zertifizierten Fachkräften entfernt. Asbesthaltige Bauteile werden unter strengen Sicherheitsvorkehrungen demontiert, verpackt und separat entsorgt. Dieser Schritt lässt sich nicht umgehen – er schützt die Arbeiter, die Bewohner der Nachbargebäude und die Umwelt.

Schritt 4: Die eigentliche Entkernung

Jetzt wird raumweise gearbeitet. Zuerst werden lose Einbauten entfernt: Einbauschränke, Küchenzeilen, Sanitärobjekte. Dann folgen die Bodenbeläge, Estrich und Trittschalldämmung. Danach kommen Deckenverkleidungen, abgehängte Decken und Wandverkleidungen dran. Zum Schluss werden die nicht-tragenden Zwischenwände abgerissen und die Elektro- sowie Sanitärleitungen demontiert.

Bei all dem ist die sortenreine Materialtrennung entscheidend. Die ÖNORM B 3151 und die Recycling-Baustoffverordnung schreiben vor, dass Baurestmassen auf der Baustelle in Stoffgruppen zu trennen sind: Ziegel, Beton, Holz, Metall, Kunststoff, Gips – alles separat. Je sauberer die Trennung, desto günstiger die Entsorgung und desto mehr Material kann recycelt werden. Und das wollen wir doch alle!

Schritt 5: Räumung, Reinigung und Übergabe

Nach der Entkernung wird das Gebäude besenrein übergeben. Das bedeutet: Alle Materialien sind abtransportiert, der Rohbau ist freigelegt und bereit für die nächsten Gewerke. Eine professionelle Entkernungsfirma übergibt Ihnen außerdem die vollständige Dokumentation: Wiegescheine, Entsorgungsnachweise, Erkundungsberichte und das Rückbaukonzept. Diese Unterlagen sind wichtig für spätere Genehmigungen, Prüfungen oder Förderanträge. Also, alles gut aufheben und auf die Dokumente bestehen!

Wie lange dauert eine Entkernung?

Projekttyp Typische Dauer
Wohnung (60–90 m²) 1-2 Wochen
Einfamilienhaus (100–150 m²) 2-4 Wochen
Größeres Wohngebäude / Zinshaus 4-8 Wochen
Mit umfangreicher Schadstoffsanierung + 1-3 Wochen

Die Planungsphase – Schadstofferkundung, Behördenwege, Konzepterstellung – kommt vorher hinzu und dauert je nach Komplexität weitere 2 bis 6 Wochen. Gerade in Wien, wo Schutzzonen-Auflagen und Stadtbild-Bestätigungen der MA 19 nötig sein können, lohnt es sich, frühzeitig zu starten, denn hier kann dieser Prozess noch einmal ein paar Wochen länger dauern. Sprechen Sie Ihren Vorhaben einfach mit dem zuständigen Unternehmen ab, und arbeiten gemeinsam einen passenden Zeitplan aus.

4 Tipps für Ihre Entkernung in Wien

  • 1
    Nie ohne Schadstofferkundung starten

    Die Schadstofferkundung kostet je nach Gebäudegröße 500 bis 2.500 Euro – ein Bruchteil der Gesamtkosten. Wer darauf verzichtet und später Asbest im Bauschutt hat, riskiert einen Baustopp, hohe Entsorgungskosten und Strafen. Und beachten Sie: Die Dokumentation muss sieben Jahre lang aufbewahrt werden.

  • 2
    Alles aus einer Hand

    Wenn Entkernung und anschließender Abbruch oder Rohbau vom selben Unternehmen kommen, vermeiden Sie Schnittstellen-Probleme. Die Entkernung bereitet das Gebäude optimal für den nächsten Schritt vor – und das Team kennt das Objekt bereits von innen. Dadurch sparen Sie Zeit, Geld und Nerven.

  • 3
    Eigenleistung kritisch prüfen

    Einfache Entrümpelungsarbeiten – Möbel rausräumen, Teppiche entfernen – können Sie selbst übernehmen und damit 20 bis 25 Euro pro Quadratmeter sparen. Aber Achtung: Sobald es um Installationen, tragende Bauteile oder schadstoffverdächtige Materialien geht, müssen Profis ran. Selbst entkernen ist bei Wiener Altbauten in den meisten Fällen keine gute Idee.

  • 4
    Dokumentation einfordern

    Bestehen Sie auf eine vollständige Übergabe-Dokumentation: Wiegescheine, Entsorgungsnachweise, Schadstoff-Erkundungsbericht und das Rückbaukonzept. Diese Unterlagen brauchen Sie für das Bauansuchen, für Förderanträge und als Absicherung gegenüber dem Finanzamt, das die Bezahlung der ALSAG-Deponiegebühren prüfen kann.

Häufige Fragen zur Entkernung in Wien

Entkernung in Wien: Professionell & dokumentiert

Die EMK Erdbau GmbH übernimmt Entkernungsarbeiten in Wien und Umgebung – von der kleinen Wohnung bis zum kompletten Gebäude. Wir arbeiten nach den aktuellen Vorschriften der Recycling-Baustoffverordnung und der ÖNORM B 3151, trennen alle Materialien sortenrein und liefern Ihnen eine lückenlose Dokumentation. Als konzessionierter Baumeisterbetrieb übernehmen wir auf Wunsch auch den anschließenden Abbruch oder Rohbau – alles aus einer Hand.

Quellen:

[1] AK-M Bau GmbH – Abbruch oder Entkernung? Unterschiede, Pflichten & Ablauf (ak-m.at/ratgeber/abbruch-und-entkernung)
[2] AK-M Bau GmbH – Abbruchkosten Wien: realistische Richtwerte & Faktoren 2025 (ak-m.at/ratgeber/abbruchkosten)
[3] OpenPR / S&O Innenausbau – Entkernungskosten 2025: Was Eigentümer wissen müssen (openpr.de/news/1289577)
[4] dus2b.de – Entkernung Kosten pro m²: Ratgeber 2026 (dus2b.de/blog/entkernung-kosten)
[5] Hausbauexperte.net – Kernsanierung Kosten 2025: Preise & Ratgeber (hausbauexperte.net/kernsanierung-kosten-2025)
[6] bauXund – Schadstofferkundung: Mehr als eine Pflicht (bauxund.at/leistungen/schadstofferkundung)
[7] Recycling-Baustoffverordnung BGBl. II Nr. 290/2016, § 4–6 – Trennpflicht und Dokumentation (ris.bka.gv.at)[8] Österr. Baustoff-Recycling Verband – Gesetze und Verordnungen (brv.at/gesetze-und-verordnungen)

EMK Erdbau GmbH | Bagger Wien

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